Familientherapie

AUFSUCHENDE ARBEIT MIT FAMILIEN

Alternativen zu Langzeitmaßnahmen und stationärer Unterbringung – Zielgerichtet, bedarfsorientiert und budgetschonend

15 Jahre Berufspraxis im Bereich der aufsuchenden Familienhilfe für Jugendämter und Einrichtungen im Raum Neuss bis Köln machen deutlich: Familien geraten durch veränderte gesellschaftliche Bedingungen und oftmals komplexe Probleme immer häufiger in Lebenssituationen, die sie nicht mehr allein steuern und bewältigen können. Die Folge:
Es ist notwendig, adäquate Hilfe für einen möglichst kurzen Zeitraum bereitzustellen.

Ziel ist es, diesen Familien wieder zu einem eigenverantwortlichen und selbstständigen Leben zu verhelfen. Zur punktgenauen und zielgerichteten Hilfe bieten wir verschiedene ambulante Hilfe-Module an, die bedarfsgerecht, lösungsorientiert und (für die Jugendhilfe) budgetschonend für das Familienystem bereitgestellt werden.

Es ist deutlich geworden, dass lange, prozessorientierte Hilfen für diese Familien oft nicht das richtige Angebot sind. Darüber hinaus ist es dringend erforderlich, sich im Rahmen der Jugendhilfe auf den Prozess, der der Jugendhilfe zugeordnet ist, zu beschränken. Ausufernde, prozessorientierte Hilfen können und dürfen im Rahmen der Jugendhilfe nicht mehr stattfinden. Hier müssen neue Ansätze Anwendung finden, die lösungsorientiert sind und schnell und nachhaltig die Lebenssituation der Familien verbessern.

Gleichzeitig bedarf es weitergehender Vernetzungen der Familie in Bereiche außerhalb der Jugendhilfe wie z.B. Beratungsstellen, Vereine, Schuldnerberatung, Institutionen der Gesundheitsfürsorge, Psychiatrie etc.

Dieses Angebot richtet sich in der Ausführung an Familien und einzelne Familienmitglieder im Bereich der Jugendhilfe. Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz SGB VIII, § 27 SGB VIII i.V. mit § 35, 35a, 41 SGB VIII
Zielgruppe sind Familien in schwierigen Lebenssituationen,

  • in denen das Kindeswohl durch Erziehung oder deren Unterlassung gefährdet ist
  • mit einem oder mehreren verhaltensauffälligen Kindern (IP)
  • in denen das Familiengefüge durcheinander geraten ist
  • deren Haltung, Einstellung und Handlungen in der Erziehung korrigiert werden müssen
  • die auf ein selbstständiges Leben vorbereitet oder hierin begleitet werden sollen
  • bei denen eine seelische Behinderung droht oder besteht
  • die sich den komplexen Anforderungen des Alltages nicht mehr gewachsen fühlen
  • in denen eine System-Stabilisierung für eine Übergangszeit (z.B. warten auf Unterbringung)

gewährleistet werden muss.

Bildnachweis: fotolia /Andrea Berger

Intensive systemische Familienarbeit

In Ausnahmefällen bieten wir auch umfassende systemische Familienarbeit an.
Basierend auf der Systemanalyse findet ein intensiver therapeutischer Prozess statt. Falls die Kompetenzen in Kommunikation und Interaktion nicht vorhanden sein sollten, werden auch diese erarbeitet.
Die längerfristig angelegte Maßnahme ermöglicht einen tiefergehenden Prozess, der den Familienmitgliedern grundlegende Verhaltensänderungen und nachhaltige Wachstumsprozesse ermöglicht.

  • Vermittlung systemischer Grundlagen: Zirkuläre Sichtweise vs Ursache – Wirkung; Kommunikationsabläufe; Grenzen und Räume im System; Nähe und Distanz
  • Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen (Drogenberatung, Psychiatrie, Kinderschutzambulanz u.a.)
  • Erstellen von Familienskulpturen
  • Simulationen / Rollentausch
  • Arbeit mit Gefühlen
  • Arbeit mit Subsystemen
  • Genogrammarbeit
  • Reframing – Umdeutung des Problems
  • das betroffene Familienmitglied aus der IP- Rolle entlassen
  • Rituale

Ablösung und Perspektiven

Bei Bedarf wird zusätzlich eine Vermittlung an adäquate Maßnahmen des Gesundheitswesens (Einzeltherapien, Tagesgruppen, stationäre Aufenthalte) eingeleitet.

Folgende Arbeits-Settings sind möglich und müssen in der Hilfeplanung vereinbart werden:

Grundsetting:

Gesamtes Familiensystem. Der Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Familienarbeit mit allen Familienmitgliedern. In einzelnen Sitzungen kann auch die Arbeit in Subsystemen sinnvoll sein.

Zusatzsettings:

In einzelnen Hilfen kann es für den Gesamtprozess nützlich oder sogar notwendig sein zusätzliche Hilfeangebote zu schaffen: Intensive Einzellfallhilfe für Familienmitglieder für eine begrenzte Zeit. Dies bedeutet eine besondere Unterstützung von einzelnen Personen im Familiensystem, die kurzzeitig intensiver betreut werden als die anderen, um das Erarbeitete in den Gesamtprozess einfließen zu lassen.

Dauer und Zeitaufwand müssen im Rahmen der Hilfeplanung individuell vereinbart werden. Grundlegend wichtig ist, dass in dieser Hilfeart alle Informationen und gewonnenen Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Settings in den gemeinsamen Entwicklungsprozess der gesamten Familie zurückgeführt werden.

Da die gesamte Arbeit aus einer Hand geleistet wird, entstehen keine Geheimnisse. Reibungsverluste, die in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Träger und Institutionen entstehen, werden weitestgehend ausgeschlossen.

Dauer: 1 bis 1,5 Jahre
Zeitaufwand: 2 bis 4 Std. pro Woche